STRAWALDE
Das Klavier
Ein Bild wie dieses ergreift einen beim ersten Blick, aber ohne es sogleich zu verstehen, durch seine Schönheit, seine innere Schönheit, die Ausgewogenheit der Formen und Farben: ein Beispiel bewundernswerter Malerei. Es ist einfach schön, es gibt nichts hinzuzufügen. Nichts ist unecht, alles authentisch.
Betrachtet man das Bild länger, kommt das Verständnis.
Ja, da unten die Tasten des Klaviers, schwarze Tasten, die sich deutlich in Melodie verwandeln. Aber blieb das Auge nicht zuerst an diesem schwarzen Quadrat mit den menschlichen Hieroglyphen der Intelligenz hängen? . . .
Die Musikalität des Bildes leuchtet plötzlich in all seiner Resonanz auf.
Dieses herrliche Schwarz vor allem, links, packt einen mit seiner tiefen Resonanz, Schwarz des Klaviers wohl, aber auch Schwarz der Musik, außerordentlicher Kontrapunkt in einer harmonischen Symphonie von Grau, Beige und einem Blau von erstaunlicher Zartheit. Musik und Malerei ziehen uns in ihren Bann. Der Zauber beginnt . . .G. B.
Renoir, am Ende seines Lebens, schon gelähmt im Rollstuhl sitzend, den Pinsel an seine Hand gebunden, malte weiter, malte wunderschöne Bilder, weil seine Freude am Malen so unbändig war. Er mußte malen . . .
Zweifellos ist STRAWALDE für den amateur éclairé" einer der komplexesten Fälle.
Für uns durch die Berliner Mauer verborgen, unter den in jeder Beziehung schwierigsten LebensbedingungenVerbot auszustellen, Farben und Leinwand zu besitzen, als Maler aufzutretenschafft er dennoch, von einer inneren Notwendigkeit getrieben, Bilder von unendlicher Schönheit. Manche dieser Bilder wurden durch Freunde und junge Schüler in den Westen gebracht und fanden sofort Anerkennung.
Sein Werk erscheint so tief authentisch, daß man vor solcher Schönheit, Gleichgewicht und Kraft verstummt: Der Jubel zu malen!
Mit welch Staunen stellen wir fest, wie unsere westliche Kultur durch die so undurchdringlich scheinende Mauer dennoch strahlte . . .
Ist dies der Grund, warum uns STRAWALDE heute durch diesen Filter den Zauber wieder entdecken läßt, den uns in den Jahren zwischen den beiden Kriegen und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg Picasso, Braque und Henri Michaux bescherten?
Wie eine früher geliebte Frau, welche man aus den Augen verloren hat, uns aber 30 Jahre später in den Zügen ihrer Tochter aufs Neue bezaubert, von ebenso authentischer Schönheit wie ihre Mutter, aber selbstverständlich anders! Plaisir hautement proustien!
War die Mauer nicht ein temporäres Substitut?
STRAWALDEs Werk ist seine persönliche Empfindung, denn, Maler von Kultur und Tradition, ist er dennoch ein Künstler der Gegenwart.
Seine jüngeren Zeitgenossen wie G. Richter, Baselitz, Penck und andere, welche lange vor ihm in den Westen geflohen waren, haben uns in den letzten zehn Jahren die Botschaft von der Wiedergeburt einer großen deutschen Malerei gebracht, parallel zu den vor Jahren ebenso verfolgten Malern Kirchner und Macke.
STRAWALDE ist eine Offenbarung.
In der Isoliertheit hinter der Mauer zeugt STRAWALDE von Erlösung durch Malerei.
Ist es nicht dieseselbe Erlösung aus der Isoliertheit in Van Goghs Wahn, welche uns die schönsten Bilder geschenkt hat?
Ist nicht Leid oft das Geheimnis der größten Werke?
Paris, August 1991G. B. und E.V.
Während er seinen Entwurf wagte, zelebrierte STRAWALDE bis heute folgende ketzerische Unterlassungen:
Er stellte keine Staffelei in ein mit Oberlicht dekoriertes Studio.
Er ritualisierte die Beobachtung des Fleisches menschlicher Körper nicht zu akademischen Turnübungen.
Er ließ sich nicht einreden, daß die Malerei tot sei.
Er ignorierte die Erfindungen der Modernen nicht.
Er ignorierte die Entdeckungen der Alten nicht.
Er quasselte nicht aus den Mäulern der Riesen heraus und er bedrohte niemanden mit Picasso.
Er kümmerte sich einen Dreck darum, ob man die französische, russische oder deutsche Revolution heute oder morgen so oder so illustrieren sollte.
Er hat nach Malewitsch das Entdecken nicht aufgeben wollen.
Er hoffte nicht auf die Gunst der Herrschenden.
Er buhlte nicht um die Gunst des Volkes.
Er bemühte sich einfach nicht, die Rezitatoren verschiedener Techniken, die er nicht für Kunst hielt, über seine Ansichten zu ihrem fleißigen Treiben im Zweifel zu lassen.
Er behauptete nie, daß ein kreiselndes Fabeltier nicht plötzlich die Erde verschlingen könnte.
Gerd Sonntag
1931 geboren in Frankenberg als
Jürgen Böttcher
1937 49 Kindheit und Jugend in Strahwalde/Oberlausitz
1949 53 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1953 55 freischaffend in Dresden; Lehrtätigkeit an der Volkshochschule Dresden, unter seinen Schülem u. a. Ralf Winkler
(A. R. Penck)
1955 60 Regiestudium an der Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg
Seit 1960 Regisseur beim DEFA Studio für Dokumentarfilme, Berlin
Böttcher zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Dokumentarfilrnregisseuren, u. a.: Drei von Vielen", Barfuß ohne Hut", Jahrgang 1945", Der Parteisekretär", Wäscherinnen", Martha", Rangierer", In Georgien", Die Mauer". . .
Bereits sein erster Dokumentarfilm ein Portrait der Malerfreunde aus Dresden, der Film Drei von Vielen" wird verboten und hat eine Reihe von Behinderungen seiner Filmarbeit zur Folge. Sein erster Spielfilm 1965, Jahrgang 1945" wird Opfer der Zensur und kann erst 1990 vollendet werden; weitere Spielfilme wurden ihm verboten
1991 Gastvorlesungen über seine Filmarbeit in Basel und an der Sommerakademie der Künste, Berlin sowie für Malerei und Zeichnung an der Intemationalen Sommerakademie in Salzburg
STRAWALDE
Die Bilder verraten nicht den Sechzigjährigen. Weder die Gedämpftheit und Weisheit, die einem sogenannten Alterswerk schon unter normalen biographischen Umständen anstehen würde, noch die Schicksalsschwere, auf die eine lebende Lieblingszielscheibe der ehemaligen SED-Kulturwächter durchaus Anspruch hätte.
Die Bilder, die Strawalde seit dem vergangenen Jahr gemalt hat, sind scheinbar jung und schattenlos. Wer nicht weiß, wer hinter diesen kraftvollen, ungebrochenen Farben, dem unverblümt plastischen Farbauftrag, den ozeanischen Gefühlen der frei schwingenden, in hellen Gründen schwimmenden Farbinseln steht, wird unausweichlich eine Ungerechtigkeit begehen. Strawalde ist kein unschuldiges Kind, das eben die Welt entdeckt. Er ist ein beinahe großvaterlicher Mensch, der eben aus einem lebenslangen Trauma, der Bevormundung durch die Geistbeschneider erwacht.
Eben ist der Deckel von der Gruft der Lebenden weggeflogen, das Licht bricht in die dumpfe Abgeschiedenheit und weckt rabiate Freude am Sichtbaren und Tastbaren, am Sinnlichen schlechthin. Strawalde glaubt für Augenblicke, die Dinge, die Welt, die Farben, die Leinwand neu zu erleben, aber der Optimismus, die positive Ausstrahlung" seiner jüngsten Bilder ist nur ein scheinbares Entkommen aus der bleiernen Zeit, die jahrzehntelang auf dem Gehirn, auf den gesamten Lebensumständen gelastet hat. Schwarz und Weiß und die signalhaften Rots, Gelbs, Blaus und Grüns, die markanten Pasten und Malstrukturen, die eingesetzten Materialfragmente verkünden so etwas wie Eroberungswillen und Daseins-Bekundung, zugleich ist ihre Vitalität gebrochen durch ein dunkles Dahinter", ein Nichtvergessenkönnen der Bedrohungen, der Ängste und Schrecken, die in den Scherben der Nachkriegszeit wurzeln und vom Überwachungsapparat des real existierenden Sozialismus ins Überwältigende vergrößert worden waren.
Die Bilder des Erwachenden holen alle farbige Strahlkraft herbei, die allein schon in der Oualität des endlich verfügbaren westlichen Malmaterials liegt. Hinter der Fassade des Heiteren und Unbeschwerten, des schwerelosen Schwebens von Formen und Farben gibt es jedoch tiefe Ernsthaftigkeit, einen Pessimismus der dunklen Zeichen, die immer wieder den schönen Schein eines spät erreichten Paradieses durchbricht.
Von der äußersten Bewußtheit der Lebenssituation verknappt sind die ästhetischen Formulierungen, die der Maler und Filmemacher Strawalde in seiner wütenden Zurückgezogenheit gefunden hat. Seit Jahrzehnten hausen in einer winzigen Ostberliner Atelierwohnung, ausgeschlossen sein aus brotgarantierenden DDR-Künstlerverbänden und damit der allgemeinen Aufmerksarnkeit entzogen jetzt irritiert von der urplötzlichen Freiheit, deren grellem Rampenlicht, gnadenlosen Vermarktungs- und Verwertungsstrategien. Der scheue, empfindsame und mißtrauische Asket muß sich erst daran gewöhnen, daß er ein Objekt der galeristischen und musewalen Begierde geworden ist.
Jürgen Böttcher ist im Begriffe, unter dem Markenetikett Strawalde der poetischen Anonymität des frühen, oberlausitzischen Lebensortes internationale Karriere zu machen. Die bildnerischen Dokumente eines geheimen Künstlerlebens unter den Granitplatten der DDR-Ästhetik erleben eine Nachfrage, die den Künstler verängstigt. Nicht an Bilderproduktion für den Markt gewöhnt, ist er gleichsam gezwungen Atelier-Kinder" herzugeben, von denen keines dem anderen gleicht. Jeden Verkauf empfindet Strawalde auch als Raub an der eigenen Identität.
Böttcher-Strawalde paßt jedenfalls nicht in die Heerschar oppositioneller Künstler, deren Widerstandswerk im westlichen Licht verblaßt, weil es insgeheim zu angepaßt an die freie Verführungs-Ästhetik ist.
Strawaldes Werk krankt nicht an rührender Anbiederung und unbeholfener Nachahmung, der Mief verschworener Hinterzimmer-Revolution hängt an keinem seiner Bilder. Sie stehen ganz und gar frei und stützenlos auf der Höhe ihrer Zeit und verlieren ihren malerischen Glanz auch nicht im Vergleich mit den intemationalen Standards.
Die Kraft des anarchischen Eigenbrötlertums" hat lange vor der breiteren Anerkennung ein Häuflein Unangepaßter gespürt, die mitten in der Öde des biederen sozialistischen Realismus in Böttchers Nähe einen Zufluchtsort rabiater Phantasie und hartnäckigen Nonkonformismus entdeckten. Aus der historischen Perspektive ist erst abzuschätzen, was einen Ralf Winkler zu A. R. Penck mitgeformt hat, woher der Meister der magischen Zeichenmenschen seine rigorose, gewalttätige Energie im Setzen von Signal-Figuren genommen hat, wer die Materialsprache und das Pathos eines Anselm Kiefer wirklich vorbereitet hat.
Die in den vergangenen Jahren entstandenen Malereien Strawaldes sind noch geprägt von der zitternden Wut, das Archaische sei es als Einzelnes oder als Kollektiv gegen die Indifferenz der Masse abzusetzen. Zwischen hochkultivierten Farbkompositionen, die das Studium traditioneller Malerei verraten, stehen immer wieder krude Materialbilder. Viele Gemälde wurzeln sowohl im brutalen" Komponieren mit der gefundenen Wirklichkeit als auch im Auskosten der eminenten Sinnlichkeit sich wölbender, aufplatzender, rauher Farbsubstanz.
Strawalde hat alte Meister studiert, aus der Sphäre des Unantastbaren heruntergeholt in ein bewußt irdisches, fast proletarisches Licht. Böttcher-Strawalde hat die auf Kunstdrucken und Postkarten reproduzierte Kunstgeschichte seiner Wahrheits-Prüfung unterzogen: Auch mit der Technik der Übermalung, auf die dann andere Monopolanspruch erhoben haben.
Die Art und Weise, wie Strawalde Zeichen, Farben, Lichtschocks vor einen Grund setzt, mußte in den Sechzigerjahren bannend auf das Fähnlein der Aufmüpfigen gewirkt haben. Deshalb hat das Adlerauge der SED-Obrigkeit den kleinen" Künstler nie aus dem Blickfeld verloren. Zensoren waren immer gleich zur Stelle, verhängten Arbeitsverbot und Entzug aller Produktionsmöglichkeiten. Empört waren die Hüter der Ideologie vom kleinbürgerlichen, unerschütterlich zufriedenen Arbeiter-Spießer nicht so sehr von Strawaldes vergleichsweise ungefährlichen Bildem.
Zu verhindem galt es vielmehr, die Botschaften vom freien Leben, die Böttcher versteckt und verdeckt von gefälligem Lebens-Positivismus in viele seiner rund 40 DEFA-Filme verpackte. Besonderen Anstoß erregte der Streifen Drei von Vielen", in dem ein lebenslustiges Werktätigen-Trio sich im Atelier des damals 21jährigen Penck trifft.
Die Taugenichts"-Idylle in bohemienhaftem Ambiente paßte absolut nicht ins Klischee vom strebsamseifengeschrubbten Arbeitertum. Der Dokumentarfilm wurde als Hymne an asoziale Existenzen mit mangelndem hygienischen Bewußtsein verstanden, als unerhörter, schmutziger" Schlag ins Gesicht einer klinisch reinen", entkeimten Gesellschaft. Böttchers Kino-Karriere wurde von da an abgewürgt, verhindert die realistischen Belege für gesellschaftlich-menschliche Ist-Zustände wanderten sehr oft in die Schubladen der ideologischen Gerichts-Sitzer. Ein übliches DDR-Schicksal, das dem jüngsten Streifen über den Abriß der Berliner Mauer erspart bleibt.
Dennoch stimmt die junge Entkerkerung der Seele und die neue Reisefreiheit des Körpers Strawalde nicht grundsätzlich zu einer milderen Sicht der Dinge und freundlicheren Lebensauffassung um. Zu spürbar sind die Narben, die persönliches Schicksal und jahrzehntelange offizielle Fußtritte des Staates hinterlassen haben. Freilich hatten die Repressalien Strawalde nicht zur Aufgabe zwingen können. Der Filmer, Maler und Biermann-Freund, der Wahlbruder" Pencks wurde zu Hiob, zu einem gerügten, gedämpften, heruntergemachten, zurechtgewiesenen Leidenswesen. Der Dulder hat sich ständig mit seinen Mitbrüdem solidarisiert und die nur für DDR-Bürger nachvollziehbaren Strafen ausgehalten, ohne die Flucht zu ergreifen wie viele andere, heute Weltbekannte.
Strawalde hat aber nie den entscheidenden, den radikalen Schlußstrich gezogen unter seine Existenz als Filmemacher, der von der wechselnden Gnädigkeit der Mächtigen hofiert und stummgemacht wurde. Wahrscheinlich gab es nach all den Erfahrungen noch immer einen Traum-Rest vom gesellschaftlichen Fortschritt, von einer Sensibilität und Lernfähigkeit der Herrschenden, die zu diesem Zeitpunkt den nahenden Ruin ihres Reiches längst erkannt haben mußten. Und schließlich gab es den Privatbereich der Malerei, der hinter der Barriere der Filmerei mehr oder weniger geheim blühte, der geschützt werden mußte.
Hexenmeister, Menschenfreund" und Sonderling" nennen ihn Freunde und zeigen damit ihre Bewunderung, ihre Angst, Reserviertheit und Hilflosigkeit an, das richtige Wort für diesen widersprüchlichen Künstler zu finden, der mit zwei Medien arbeiten muß". Dem dokumentarischen, aufdeckenden" Film, der mit präziser Handwerklichkeit und vorausdenkender Gestaltungsarbeit verbunden ist, steht die metaphysische Malerei, der freie, durch nichts determinierte Umgang mit der Farbe gegenüber. Konzept und Imagination, der Drang zur Öffentlichkeit und der Zwang zum privaten bildlichen Rätsel, Aufklärung und Mysterium sind die höchst polar gespannten Gegensätze in einem Künstler, der ein geborener Abweichler, ein leidenschaftlicher Einzelgänger und ein Guru für Oppositionelle war. Das richtige Leben im falschen System mußte mit tiefen Wunden bezahlt werden.
Der Konflikt zwischen Unvereinbarem mag der Motor einer zeichnerischen Malerei, einer malerischen Zeichnerei sein. Ästhetische Erscheinungsweisen, verschiedene Wirklichkeiten des Malerischen und Materiellen gehen in Strawaldes Werk auf Konfrontationskurs. Wenigstens in der verborgenen, subversiven Kunst mußte kein Mittelweg gefunden werden, der im Leben sehr oft notwendig war, um das Leben überhaupt zu ertragen.
Wer Strawaldes verstreutes Werk anhand der plötzlich existierenden Publikationen überblickt, wird kaum jemals an irgendein Image der DDR-Kunst erinnert werden. Auf der Leinwand und auf dem Papier hat nichts anderes Spuren hinterlassen als der Künstler selbst. Der Kampf mit der Politik und den Lebensumständen hat sich in keinerlei durchschaubarer, platter Agitation niedergeschlagen. Mehr als einmal gerät man in Erstaunen vor einer Energie, kraft derer Strawalde heute populäre Techniken und Bildvorstellungen vorweggenommen hat. Böttcher war schon sehr früh zu sehr vielem fähig und von seinen ästhetischen Kraftbatterien haben viele profitiert. Das schönste ist, daß Strawaldes rhetorische Uberzeugungskraft, die in jedem aktionistischen Pinselhieb, in jedem statischen Zeichen liegt, auch in dem Moment nicht nachgelassen hat, da der Künstler aus der kleinen Existenznische ins Freie getreten ist.
Anton Gugg
FÜR JÜRGEN 17.7.90
In einer Zeit der Finsternis und der Verwirrung warst Du ein Licht, und Licht ist nötig für Malerei; Licht der Sonne, Licht der Steme, Licht des Mondes, Licht der Kerzen, Licht der Latemen, Licht der Lampen, Schein des Feuers im Herbst unserer Bemühungen.
Es gibt kaum jemanden, der Malerei mehr geliebt hat und mehr liebt als Du, und es gibt kaum jemanden, der sich über die Beschränktheit von Malerei mehr im klaren war als Du; so kamst Du zum Film. Der Film aber brachte Dir Einsicht in Räume und Raumsituationen, was wiederum Deiner Malerei zugute kam. So staune ich auch heute noch, wenn ich ein Bild von Dir sehe Sprache der Farbe, Farbe der Sprache jetzt kommt es zum Vorschein nun bist Du ein Klassiker und modem. Nun bist Du erst recht ein Vorbild. Nun bist Du ein Kriterium. Ein gutes Bild braucht keinen Verteidiger, es lebt sein eigenes Leben und geht seinen Weg in die Zukunft, in der es einmal als Reproduktion an einer Wand hängt, um Leben weiter möglich zu machen, wie es auch bei uns war. Das Gedächtnis der Natur ist allumfassend, und nichts kann je vergessen werden. In einerZeit, in der sich Zivilisation von Barberei trennt, ist es wichtig, Kunst zu lieben, ohne dekadent zu werden, ohne im Keller zu verkommen und ohne Falsches zu glauben. Wenn auch immer wieder dieser beschissene Kampf notwendig ist, dieses deutlich zu machen. Dieses ist die Wahrheit der gesellschaftlichen Realität, in der Ereignisse nicht rückgängig gemacht werden können. Das ist unser Wissen!
Wie auch die geistigen, politischen und sozialen Kämpfe der Zukunft sich gestalten und fommen werden, denn die Zukunft ist Teil der Gegenwart und in ihr enthalten.
So, jetzt haue ich mir drei Eier in die Pfanne! Mein Gott, war es schwer, das Gespenst einer falschen Ideologie von der Wirklichkeit unserer Verantwortung zu trennen, mögen kommende Generationen in was weiß ich für Raumschiffen daraus ihre Lehren ziehen! Das Leben geht weiter, und Du bist eingeschrieben im großen Buch der Malerei, im großen Buch der Geschichte, und ich gratuliere Dir dazu.Ralf
VERHAFTET IM GRUND DER ERSCHEINUNGEN
Gedanken zur Arbeit von Strawalde
Strawalde ist heute einer der bekanntesten und am höchsten geachteten Künstler der ehemaligen DDR. Lange Zeit war er einer der unbekanntesten. Wir im Westen hatten jedenfalls nicht oder nur beiläufig, im Zusammenhang mit Penck von ihm gehört. Wir wußten so wenig von den Entwicklungen der Malerei in der DDR, und von Strawalde wußten wir vielleicht am wenigsten.
Das mag damit zusammenhängen, daß Strawalde schon sehr früh gezwungen war, eine Doppelexistenz zu führen. Jürgen Böttcher, Jahrgang 1931, hatte nach dem Besuch der Dresdener Kunstakademie und dem Versuch, sich mit Volkshochschulkursen für Zeichnen und Malerei durchzuschlagen, schon bald einsehen müssen, daß in der DDR für eine experimentierende, suchende, erkundende Malerei eine mit neuen Fommen und Materialien experimentierende, die eigene Identität suchende, die Welt erkundende Malerei kein Platz war. Uberall stieß er auf
fragwürdige Gewißheiten und enge Dogmen. An künstlerische Entfaltung, an Ausstellungsmöglichkeiten war nicht zu denken.
Da entschloß er sich, eine andere sich ihm bietende Chance zu ergreifen und Filmemacher zu werden. Jürgen Böttcher wurde Dokumentarfilmer. Als solcher gelang es ihm, vielen Schwierigkeiten zum Trotz, eine ganz neue Form des Dokumentarfilms zu entwickeln, ohne Sentimentalität, ohne Pathos, aber von großem Ernst und großer Wahrhaftigkeit. Jürgen Böttcher, der Dokumentarfilmer, wurde berühmt. Strawalde blieb unbekannt.
Die Karriere Jürgen Böttchers als eines wenn auch immer wieder angefeindeten, so doch weithin respektierten Dokumentarfilmers, war die Geburtsstunde Strawaldes. Sein anderes Ich, sein Maler-Ich ließ sich nicht verdrängen und verlangte nach Ausdruck. So gab Jürgen Böttcher diesem Maler-Ich einen eigenen Namen: Strawalde, nach dem Ort Strahwalde, an dem er den größten Teil seiner Jugend verbracht hatte. Es ist eigenartig. daß gerade viele aus der ehemaligen DDR stammende Maler sich ein Pseudonym gewählt haben. um ihre künstlerische Identität zu bezeichnen und sie deutlich aus dem gesellschaftlichen Kontext der Zeit zu lösen. Der aus Deutsch-Baselitz stammende Georg Kern nannte sich Baselitz, Gerhard Altenbourg kennen wir nur unter dem Namen des thüringischen Altenburg, seinem Wohnort, und Ralf Winkler wählte sich einen Naturforscher des 19. Jahrhunderts, A.R. Penck. zum Namenspatron.
Dieser Strawalde lebt und arbeitet fast dreißig Jahre im Schutz Jürgen Böttchers, des Filmemachers, bis er ihn plötzlich überholt und in den Schatten stellt. Trotzdem sollte uns dieser Umschwung in der Bewertung nicht dazu verführen, die Arbeit des Dokumentarfilmers und die Schikanen. denen auch er sich ausgesetzt sah zu unterschätzen.
Der einzige Spielfilm, den Jürgen Böttcher zu machen versuchte er trug den Titel Jahrgang 45" wurde verboten, ehe er in die Kinos kam, schon am Schneidetisch nach den ersten Arbeitsproben. So wandte er sich der Existenz und den Problemen verschiedener Berufsgruppen, vor allem einfacher Leute, etwa den Rangierern, zu und objektivierte in der Beschreibung ihres Daseins auch etwas von sich selbst.
Ich sehe die Kunst Strawaldes in einem bestimmten Spannungsverhältnis zur Arbeit von A. R. Penck. Strawalde und Penck sind sich Anfang der fünfziger Jahre in Dresden begegnet und früh Freunde geworden. Strawalde damals noch Jürgen Böttcher hat nach dem Besuch der Dresdener Akademie, wo er Schüler von Wilhelm Lachnit war, Zeichen- und Malkurse an der Volkshochschule abgehalten und schnell einen Kreis Gleichgesinnter um sich versammelt. Damals wurde Ralf Winkler mit seinen noch nicht 15 Jahren Schüler des gerade 22- bis 23jährigen Akademieabsolventen Jürgen Böttcher. Die Freunde, zu denen auch Peter Graf und andere gehörten, haben gemeinsam gearbeitet, Reproduktionen von Picasso und den großen Franzosen angesehen, Schallplatten gehört, die offiziell nicht zu haben waren, Bücher gelesen, die im Sortiment nicht erhältlich waren, sich mit den bedeutenden Texten der Moderne vertraut gemacht.
Es ist schwer, die Kunst Strawaldes ganz auszuloten. Er befindet sich irn Augenblick in einer der intensivsten Arbeitsphasen seines Lebens. Es ist, als ob er erst jetzt ganz frei, erlöst von der Last von Jahrzehnten, arbeiten könnte, als ob sich ihm erst jetzt alle Möglichkeiten des so lange, so gewissenhaft und so konsequent vorbereiteten künstlerischen Ansatzes öffnen würden. Als ob er erst jetzt alle in Strawalde" angelegten Möglichkeiten zu realisieren vermöchte. Wenn wir der Eigenart dieses Strawalde" nachforschen und sie zu bestimmen versuchen, dann ist gewiß der Vergleich mit dem fast ein Jahrzehnt jüngeren Penck hilfreich. Sie sind einander nahe genug, daß ein Vergleich die verwandten Ansätze und die daraus resultierenden Parallelen deutlich machen kann. Und sie sind verschieden genug, daß wir an ihren Gegensätzen entscheidende Merkmale ihrer jeweiligen Eigenart ablesen können.
Penck arbeitet mit Schriftzeichen, mit selbst erfundenen, aus der eigenen Schrift entwickelten, chiffreartigen Figuren. Beide, Penck und Strawalde, haben mit Sprache, mit Schrift, mit Zeichen zu tun. Strawalde scheint mit aber eher dem Ursprung der Schrift, dem Ursprung des Schreibens nachzuforschen, während Penck eher auf ein bestimmtes Ziel hin arbeitet, nach Ziel und Sinn des Schreibens fragt. Strawalde entdeckt diesen Ursprung des Schreibens, des sich Äußerns, des noch absichtslosen sich Äußerns, entdeckt die Wurzel dazu in der Natur des Menschen. Penck strebt als Ziel an: eine Aussage über den Menschen zu machen durch die Sprache, die er rhythrnisch gliedert, die Chiffren, die er rhythmisch geordnet agieren läßt, er versucht die Welt rational zu durchdringen. Bei Strawalde ist das, was sich bei Penck schon ganz zur Formel, zur Chiffre gewandelt hat, noch stärker Material, hat den Charakter von Materie, ist Materie im Augenblick, in dem sie sich in Form zu verwandeln beginnt. Sie ist noch nicht Zeichen, ist noch ganz Gestus. Noch nicht Schriftzeichen, noch ganz absichtslos Hingeschriebenes wie aus dem Unbewußten. Da liegt natürlich die Parallele zur äcriture automatique nahe, zu diesem Begriff, den André Breton im Ersten Surrealistischen Manifest 1924 in Paris geprägt hat, da liegt der Gedanke der äcriture automatique, des noch nicht zielgerechten, des noch absichtslosen wenn freilich schon unbewußt suchenden! Schreibens nahe, eine Idee, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Amerika wie Europa soviele der lebendigsten Geister bewegt hat, die in Amerika das Entstehen des abstrakten Expressionimus gefördert hat, die vermittelt wurde von Künstlern wie Max Ernst, Matta, Masson, aufgenommen und weitergetragen von Gorky, Pollock, Motherwell u.a., die in Europa nicht zuletzt in der Gruppe Cobra, in dieser Gruppe um Asger Jorn, Alechinsky, Appel, Corneille wirksam wurde und wunderbare Blüten trieb. Diese Nähe der Kunst Strawaldes zur Ecriture automatique sagt uns: seine Figurationen sind unterwegs zur Chiffre, sind Ansätze, sind Andeutung von Zeichen, sind noch pulsierendes Leben, noch nicht geläutert zur Klarheit des Begriffs. Sie sind noch ganz eingebunden in den Kontext des Bildes, in dem Kontext der Geste, in dem Kontext des Schreibens und aus ihnen nicht zu lösen. Die Vereinzelung, Isolierung, die Aufladung mit Sinn, mit Bedeutung, die es bei Penck gibt, hat hier noch nicht stattgefunden. Diese Figurationen stehen ganz im Zusammenhang alles Erscheinenden, im Zusammenhang noch nicht zu Ende artikulierter Phänomene, sie sind Bekundung des Daseins, Spur der Existenz, noch nicht eindeutig lesbar.
Dagegen gibt es bei Penck eine Lesbarkeit, auch wenn sie verschlüsselt ist, die rational geprägt ist, die einzelnen Chiffren fügen sich bei Penck zu großen Sinn-Konstellationen. Penck weiß, was er will, er weiß wohin er geht, er hat ein Ziel, er wechselt diese Ziele, er habe vielleicht viele Ziele, immer wieder neue, andere, aber er ist immer auf ein konkretes Ziel hin unterwegs. Strawalde dagegen ahnt nur, was er will, und wohin es ihn treibt. Wo Penck weiß, ahnt er, er haftet stärker im Grund der Erscheinungen, im Schlamm der Erscheinungen, wie Paul Klee einmal von Alfred Kubin sagte. Das macht zugleich seine Stärke aus und verleiht allem, was er tut, Substanz.
Ein rationales Element prägt die Kunst von Penck, dort wo Strawalde seinemWesen nach ganz Romantiker ist. Penck gibt Gedanken Ausdruck, Strawalde geht von Empfindungen aus. Bei Penck haben wir Schrifttafeln, Schreibflächen vor uns, alles scheint in die Fläche gebunden, ins Zweidimensionale übersetzt. Bei Strawalde besitzen die Erscheinungen oft noch ihre eigenen Räume, sind in ein Raumkontinuum eingebungen, widersetzen sich der Trennung von ihrer ursprünglichen Realität.
Pencks Figuren sprechen zu uns von vielen Dingen, von einer strengen Existenz nach einer vorgegebenen Gesetzesmäßigkeit. Strawaldes Figuren schweigen, sie wenden sich uns zu, wenden sich an uns mit ihrem Schweigen. Ihr Schweigen betrifft den Betrachter.
Pencks Denken wie Strawaldes Kontemplation richten sich auf das Ganze unserer Existenz. Bei Penck aber ist der Mensch immer in der Gesellschaft gesehen, er definiert sein Wesen im Zusammenhang der Gesellschaft. Bei Strawalde dagegen erscheint der Mensch immer im Zusammenhang der Natur, und dieser Zusammenhang der Natur läßt ihn über die Bindungen der Gesellschaft triumphieren. Noch mehr: er gibt ihm die Chance zu überleben. Hier liegt die große Aktualität der Kunst Strawaldes.
Ich möchte schließen mit einem Satz aus einem schönen Text, den Penck
Strawalde gewidmet hat, er ist doppelt schön, in der Kraft seiner sprachlichen
Formulierung und als Zeichen einer unverbrüchlichen Freundschaft. Penck schreibt:
In einer Zeit der Finsternis und der Verwirrung warst Du ein Licht und Licht ist
nötig für Malerei."
Wieland Schmied
WAS WAR, WAS IST UND WAS KOMMEN MAG
140x100 cm mißt die Fläche, auf der sich ereignet, was Grenzen sprengt: Gebärden, bei denen die Trennung zwischen Malerei, Zeichnung und Druckgraphik aufgehoben ist zugunsten einer allumfassenden Erkundung dessen, was war, was ist und was kommen mag.
Die zehn Variationen, Überarbeitungen von in verschiedenen Farben gedruckten Siebdrucken sind eindrucksvolle Zeugnisse des Spurenlegens, Handelns und Reagierens, sind unmißverständliche, sensible Kommentare zur eigenen Situation.
Hier geht es um den Entwurf von Dialogen; Zustände werden erprobt, Gewichtungen modifiziert. Verschwunden Geglaubtes kehrt im gesamten als das Gleiche wieder und verweist auf den langen, ruhigen Atem, der hinter allem fließt.
Jedes dieser Blätter hat einen ureigenen Klang, steht gewissermaßen für eine Station von Erfahrungen; das bedeutet keinen Widerspruch, sondern ist auflösbar in der Zweiheit von actio und contemplatio.
Eingestimmt auf einen Grund-Ton beginnt die Fläche zu leben durch die auf ihr eingeschriebenen (Über)Lebenszeichen.
Was der Regisseur Jürgen Böttcher in seinem Film über die Berliner Mauer so ergreifend schildert, faßt der Maler Strawalde gewissermaßen in Metamorphosen zusammen: er verleiht dem Aufbruch Gestalt, er gibt der Hoffnung Raum, er haucht dem Leben (seinen) Atem ein.
Seine Zeichenspuren schwimmen sich gleichsam frei. Seine Farben verkünden einmal feierlich, dann ausgelassen fröhlich, aber auch nachdenklich-verhalten oder melancholisch, ureigene Gefühlsregungen.
Das alles zusammen klingt nicht so herrlich; es hat vielmehr viel von jenem Urrauschen, das einen wie mystisches Tönen zu tragen imstande ist.
Diese tiefe Innerlichkeit der Seinserfahrung, dieses Alles was du willst, ist schon zuvor in dir" (Johannes Scheffler) verleiht den Arbeiten von Strawalde eine Dimension der Tiefe, die sie über alle Moden erhaben werden läßt.
Wolfgang Richter
Filmretrospektiven:
1986 Centre Georges Pompidou, Paris
1988 42nd International Filmfestival, Edinburgh
1989 Filmmuseum FrankfurtlMain
Ausstellungen:
1961 Deutsche Akademie der Künste: Junge Künstler der DDR auf lange
Zeit einzige öffentliche Beteiligung, da die Ausstellung von der,,offiziellen
Kritik"
vernichtend beurteilt wird: Ausschluß aus dem Verband Bildender Künstler Deutschlands =
keine Berechtigung zum Bezug von Malmaterial.
1962 enge Freundschaft mit dem Liedermacher Wolf Biermann
1978 erste wichtige Einzelausstellung irn Leonhardi Museum, Dresden
1981 und 1982 Galerie Mitte, Dresden Ankauf durch die Nationalgalerie Berlin (DDR)
1983 und 1985 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt zeigt seine Animationsfilme Potters Stier", Venus nach Giorgione" und Frau am Klavichord"
1987 Kulturbundclub Erich Weinert", Weimar
1988 Hochschule für Bildende Künste, Dresden; Ephraim Palais, Berlin: Der eigene Blick." Berliner Kritiker zeigen Kunst ihrer Wahl
1989 zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin (West) gewählt; Gastvorträge an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
1990 Grand Halle de la Vilette, Paris: Kunstfestival. Lautre Allemagne hors le murs Réfectoire des Jacobins und Villeneuve dAscq Musée dArt Moderne, Toulouse Festspielgalerie Berlin; Zentrum für Kunstausstellungen, Neue Berliner Galerie im Alten Museum, Berlin Retrospective
1991 Städtische Galerie Saarbrücken Galerie Academia, Salzburg.
BIBLIOGRAPHIE (AUSWAHL)
Karin Thomas: Die Malerei in der DDR 1949 1979, Köln 1980;
Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR, Leipzig 1983;
Gunar Barthel: Strawalde Bilder und Zeichnungen, in: Ausstellungskatalog der Galerie oben, Karl-Marx-Stadt 1985;
Jörg Makarinus: Expressivität heute, in: Vorwort zum Katalog der Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie 1985;
Karin Thomas: Zweimal deutsche Kunst nach 1945 40 Jahre Nähe und Ferne, Köln 1985; Wllhelm Roth: Entdeckungen in kleinen Gesten, der Dokumentarfilmer und Maler Jürgen Böttcher-Strawalde, in: Frankfurter Rundschau, 19. April 1986;
a.r. penck, Katalog zurAusstellung der Nationalgalerie Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz 1988;
Christoph Tannert: Suche nach Strawalde, in: Faltblatt zur Ausstellung ,Jürgen Böttcher-Strawalde. Malerei und Zeichnungen von Strawalde. Filme von Jürgen Böttcher" im Club der Kulturschaffenden Johannes R. Becher", Berlin 1988;
Gabriele Muschter: Klaus Hähner-Springmübl, Michael Morgner, Strawalde (Jürgen Böttcher), in: Katalog zur Ausstellung Der eigene Blick", Berlin 1988;
Kraft Wetzel: Jürgen Böttcher, in: 42nd Edinburgh International Filmfestival 13 18 Aug. 1988, Official Program;
Matthias Flügge: Dialog mit Manet, in: Das Magazin 9/1989;
Gabriele Muschter Kleine Galerie: Strawalde, in: Sybille 3/1989;
Eugen Blume: Eine Landkarte des inneren Raumes Anrnerkungen zur ungegenständlichen Kunst in der DDR, in: Katalog zurAusstellung Konturen. Werke seit 1949 geborener Künstler der DDR der Staarlichen Museen zu Berlin", Nationalgalerie 1989;
Jörg Sperling: Expressives Freiarbeiten, in: Vorwort zur Ausstellung ,Junge Malerei der 80er Jahre aus der Deutschen Demokratischen Republik" im Kunstmuseum Solothurn, 1989;
Roland März: Vorwort zum Katalog der AussteHung Erster Maisalon 1990 Kunst in Berlin. Berlin 1990;
Kraft Wetzel, Jürgen Böttcher: Eine Karriere im Arbeiter- und Bauernstaat, in: Veröffentlichung aus Anlaß der Dokumentafillmreihe AbenteuerWurklichkeit Drei Dokumentafilmer in Deutschland in der Akademie der Künste Berlin (West) vom 1.4. November 1989;
Böttcher-Strawalde: la Saga des Années grises avec Croqius et Plans-séquence, in: Begleitheft zum Kunstfestival Lautre Allemagne-hors les Murs in La Villett, Paris 1990;
Matthias Flügge: Vorwort zum Katalog der Ausstellung Au coeur de lEurope 6 Artistes de la Republique Democratique AHemand, Toulouse und Villeneuve 1990;
Gabriele Muschter: Bilder als Weltauge, ebenda;
Christiane Peitz: Es war einfach zu leicht Der schönste DDR-Tresofillm heute im Forum: .Jahrgang 45" von Jürgen Böttcher, in: taz 17.2.90;
Maria M. Walther: Verbogene Lebensläufe. Jürgen Böttcher, Günther Stahnke: Hermann Zschoche. in: taz 15.2.90;
Peter Buchka: Die letzte Chance des Sozialismus. Die aufschlußreiche Forumsreihe mit verbotenen Filmen aus der DDR, in: Süddeutsche Zeitung, 20. Februar 1990;
Die Heroisierung des Abseitigen. Mit Jürgen Böttcher, Regisseur des Realfilms,Jahrgang 45", sprach Torsten Rupprich, in: taz 11.6.90. Wenn ich nicht wäre, wär die DDR längst leer. Auszüge aus einem Gespräch von Martin Rögner mit A.R. Penck in der Galerie M. Wemer, Köln, in: reiter das Kulturjoumal, Juni 1990, Nr. 2;
Eugen Blume: Der Maler Strawalde, in: Katalog Zentrum für Kunstausstellungen, Neue Galerie im Alten Museum, Berlin 1990.
Jürgen Hohmeyer: Ein Beichttyp mit Distel, in: Der Spiegel 52/1990
Gerd Sonntag: Strawalde, in: Katalog zur Ausstellung: Gerhard Altenbourg Strawalde. Aus privaten Sammlungen, Galerie im Kabinett, Berlin, 1991
Klaus Ahrens: Frei auch in Finsteren Zeiten, in: ART 3/1991
Bemd Schulz im Gespräch mit Strawalde, in: Katalog zurAusstellung in der Städtischen Galerie Saarbrücken. Juni 1991
Anton Gugg: Strawalde, in: Weltkunst München, 14/1991
Wolfgang Richter: Kunst in einer Umbruchzeit, in: Salzburger Nachrichten zurAusstellung in Salzburg. 13. August 1991